JoJo-Effekt, der Geldmacher schlecht hin – oder auch der Teufel in der Ananas

Der gute, alte Jojo-Effekt. Wir lesen darüber und so manche erlebten ihn vielleicht. Dass der Jojo-Effekt eine Begleiterscheinung ist, die durchaus auftreten kann bestreitet niemand. Die Frage die bleibt ist jedoch, in wie weit der Jojo-Effekt tatsächlich – gerade von den Medien und der Industrie – in unserer Konsumgesellschaft provoziert wird.

Ich meine, sprechen wir einen logischen Satz doch einfach mal klar und deutlich aus: Gäbe es keinen Jojo-Effekt mehr, bräuchten wir keine neuen Diätpläne (hätten viele neue Arbeitslose), keine neuen Ratgeber,  die einem neue Tipps für die Ernährung geben und schlussendlich… weitere Jojo-Effekte. Es scheint mir ein Teufelskreis zu sein, in den mehr als ich glaube geraten.

Ein simples Beispiel – die Ananas-Diät

Ich möchte versuchen meine Gedanken ganz simpel darzustellen. Wir sehen in einer Sportillustrierten einen Artikel über eine neue Diät. Für dieses Beispiel wähle ich die bekannteAnanas, Ananas und noch mehr Ananas „Ananas-Diät“. Auführlich wird in diesem Artikel also beschrieben, wie man durch primäres Essen von Ananas und dem primären Weglassen von allen anderen wichtigen Lebensmitteln schnell und effektiv Gewicht verliert. Was machen wir? Wir lesen die Worte „Gewichtverlust“ und „effektiv“ und rennen in den nächsten Supermarkt und kaufen uns einen Ananasvorrat für die nächsten 2 Monate, denn ich zitiere:

„Um Deinen (damit schon stark reduzierten) Tagesbedarf von 1000 Kilokalorien decken zu können, brauchst Du ungefähr zwei bis drei Kilo Ananas.“  (Website diaet.erbeerlounge.de)

So läuft es doch in den verrücktesten Fällen ab, oder? Ich glaube nicht, dass ich hier übertraube, es gibt so viel mehr als man glaubt.

Das Ende der Ananas ist gekommen

Und dann? Halten wir uns einen Monat lang diszipliniert an den Plan tagtäglich Ananas zu essen. Und wenn uns dann die Ananas schon zu den Ohren herauskommt, beenden wir die Diät. Nicht nur weil man keine Ananas mehr sehen kann, sondern auch weil der Erfolg sich bezahlt gemacht hat. Wie versprochen 5 Kg runter in einem Monat. So… und jetzt? Ein gesunder Menschenverstand weiß, dass wir jetzt, um weitere 5 Kg abzunehmen, weiterhin Ananas essen sollten. Aber niemand kann sich nur davon ernähren. Die Folge: Wir beginnen wieder normal zu essen und alles, was wir uns so HART erarbeitet haben, ist schneller wieder drauf als man denkt. Darf ich vorstellen: Der Jojo-Effekt.

Ich hoffe ich habe es nun so einfach vor Augen halten können, sodass man sieht was hier los ist. Denn was wäre nun die Folge für so viele? Sie probieren eine andere einseitige Diät, weil nur Ananas essen geht ja nicht!! Hmm… Und schon liefert die Nachfrage Stoff für die nächsten Diäten.

Ein Teufelskreis der Konsumgesellschaft

In dem Artikel, auf welchen ich mich bezogen habe wird – Gott sei Dank – auch auf die negativen Seiten solch einer Diät verwiesen, wie die Einseitigkeit und „Ananas, Ananas und noch mal Ananas“.  Aber Tatsache bleibt doch, wir kaufen und kaufen uns alles, was wir brauchen, um solche Diäten ( und ich rede hier nicht von Entschlackungstagen) meistern zu können, weil man sich nachhaltigen Erfolg wünscht. Nachhaltig ist hierbei jedoch nur, dass wir gewissenhaft und nachhaltig einen Jojo-Effekt erzielen, der einen dazu drängt, deprimiert zu sein und weitere ungesunde einseitige Diäten auszuprobieren. Ein Teufelskreis der Konsumgesellschaft.

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5 Gedanken zu “JoJo-Effekt, der Geldmacher schlecht hin – oder auch der Teufel in der Ananas

  1. jayyjayy306 schreibt:

    Das Schlimme dabei ist, es sind nicht nur diese unsinnigen Monodiäten, denn wenn es danach geht, könnte man sogar eine Schokoladen-Diät machen. Selbst dann nimmt man ab. Es sind vielmehr diese Gerüchte, die sich hartnäckig halten. Allen voran immer noch bei der Ananas: Ihre Enzyme würden die Fettverdauung ankurbeln. Heißt: Iss Ananas und Dein Fett wird durch Enzyme zersetzt und Du nimmst automatisch ab. Lebensmittel, die gezielt Fettreserven angreifen, Fettzellen zersetzen und das Abnehmen beschleunigen, gibt es nicht. Wichtig ist eine eiweiß- und ballaststoffreiche Kost, die abwechslungsreich ist, sättigt und Heißhungerattacken verhindert.

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    • saritacielita schreibt:

      Sehr Richtig. Mal wieder ein guter Aspekt: Es sind die Gerüchte. Für mich oft eine Marketing-Strategie. Suche das positivste Element aus einem Produkt heraus und stelle dieses in den Fokus des Verkaufs-Prozesses. In diesem Fall, wie Du schon sagst, die Enzyme, welche als Katalysator für die Fettverbrennung dienen. Interessanter Gedanke, kann man viel darüber schreiben und Aspekte zum Thema Werbung und Diäten aufgreifen.

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